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Nirgendwo in Italien treibt der Aberglaube so phantasievolle Blüten und ist so tief im Volksglauben verwurzelt wie in Neapel. Auf den Mittel- und Nordeuropäer wirkt dabei die Verbindung von
traditioneller Religiosität und Aberglauben widersprüchlich und ist schwer nachvollziehbar. Doch ist es auch hier gerade wieder die überraschende Vereinigung von Widersprüchen, die Neapel charakterisiert und so reizvoll macht.
Das Kartenlegen und die komplizierte Kunst des numerologischen Traumdeutens sind anerkannte esoterische Künste, deren geheimnisvollen Vorhersagen sich selbst der rationale Neapolitaner kaum entziehen kann. Die größte Leidenschaft der Neapolitaner ist dabei das Lottospiel, dessen Zahlen durch die Interpretation von Träumen und mit Hilfe eines umfangreichen Buchs („Smorfia“) vorhergesagt werden.
Gegen den gefürchteten bösen Blick kann man glücklicherweise eine ganze Reihe von Schutzvorkehrungen treffen. Zwar überbringen einige Träger den ”Malocchio” sogar beruflich, doch Vorsorge ist bekanntlich besser als ein gefährlicher Fluch. Und man weiß ja nie ...
Verflixt, wo ist eigendlich mein Corno?.... Ob da wohl der Munaciello unterwegs war?
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