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Die neapolitanische Krippe hat in Neapel einen wichtigeren Stellenwert als der Weihnachtsbaum, der erst nach dem zweiten Weltkrieg in den Familien aufgestellt wurde (Weihnachten in Neapel). Sie bildet das Alltagsleben der Menschen ab und ist deshalb nicht vergleichbar mit der in Deutschland bekannten Weihnachtskrippe. Natürlich
spielt auch hier das Jesuskind und die in Neapel verehrte Madonna eine wichtige Rolle, doch diese Figuren bilden nicht das Zentrum des Interesses. So kann beispielsweise eine spaghettikochende Bäuerin durchaus neben den
heiligen drei Königen aufgestellt werden.
Bis zum 16. Jh. Waren Krippen nur in Klöstern zu finden. Später fanden sie ihren Weg iin viele Adelsfamilien, wobei auch im 16. und 17 Jh. Die Gestaltung der Krippen beim
Klerus lag. Die damals dargestellten Szenen zeigten die Vorstellung der Adelsfamilien vom Leben des Volkes und mussten nicht unbedingt mit dem wirklichen Leben übereinstimmen. Aus diesem Grund zeigen die Krippen nicht
Traditionen bestimmter Epochen, sondern sind eher mit phantasievollen Puppenhäuschen zu vergleichen.
In der Altstadt Neapels liegt die Via San Gregorio Armeno,
in der man zahlreiche Geschäfte mit phantasievollen Krippenfiguren in allen Variationen bewundern kann. Hier findet man nicht nur die bekannten Figuren der Madonna und des Jesuskindes, sondern auch detailgetreue
Nachbildungen sämtlicher Haushaltsgegenständer, gastronomischer Leckereien, exotischer Tiere und manchmal sogar karikierte Politiker. In der Weihnachtszeit sind die Geschäfte dieser Straße besonders gut besucht.
Das
Presepe wird in den neapolitanischen Familien traditionell bereits am 8. Dezember aufgestellt. Das Christuskind wird jedoch erst in der Nacht des 24. Dezember in die Krippe gelegt.
Im Museo Nazionale die S. Martino wird die größte Krippe Cuciniello ausgestellt. In ihr befinden sich 162 Menschen, 80 Tiere, 28 Engel und etwa 450 Miniaturgegenstände.
Im Bayrischen Nationalmuseum in München werden zahlreiche Krippen aus Süditalien, vorwiegend aus Neapel, ausgestellt. (www.bayerisches-nationalmuseum.de)
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