Die Wohnhäuser in Pompeji

Die architektonisch und historisch wertvollen Wohnhäuser liegen im Nordwesten von Pompeji, zwischen der Via di Mercurio und der Via Stabianar. Typische Exemplare haben zwei Innenhöfe, Atrien und einen griechischen, säulenumstandenen Blumengarten. Als Besucher sollten Sie die Besichtigung folgender Häuser auf keinen Fall verpassen:

Casa dei Vettii
Eines der berühmtesten Wohnhäuser. Errichtet durch zwei Freigelassene, die es zu erheblichem Wohlstand geschafft hatten. Die Innenräume sind mit mythologischen Wandmalereien und Fresken ausgestattet. Ein Motiv zeigt zum Beispiel Hercules als Kind beim Erwürgen der Schlange. Im Innenhof befindet sich ein Altar der Laren, der Hausgötter. Der Altar zeigt zwei Laren mit dem Geist des Pater familias über einer Schlange. Das Haus liegt direkt neben dem Casa degli Amorini Dorati.

Casas degli Amorini Dorati
Das Haus der Familie Poppäa weist entschiedene Merkmale der neronischen Zeit auf. Angeblich hat es seiner Zeit selbst der Geliebten von Kaiser Nero gehört. Durch Platzmangel ist es leicht ungleichmäßig gebaut. Der Name Amorini stammt von vergoldeten Amoretten, die man im Schlafzimmer findet. Ebenfalls sehenswert sind ein kleiner Larentempel und ein Tempel, welcher der ägyptischen Göttin Isis geweiht worde.

Casa del Fauno
Das Casa del Fauno, Haus des Fauns, ist das mit Abstand schönste Beispiel für ein aus der Antike erhaltenes Haus. Es liegt auf der Via della Fortuna. Man nimmt an, es sei für Puplius Sulla erichtet worden, der sich als Organisator und Ratgeber der Interessen Roms eingesetzt hatte. Der Name des Hauses stammt von einer Bronzestatue, die im Impluvium (dem Wasserbecken des Atriums) befestigt ist. Das Original steht im Museum Archeologico Nazionale, ebenso wie viele berühmte Mosaiken des Hauses, z.B. Schlacht bei Issos. Das im 2. Jahrhundert vor Christus erbaute Haus ist eines der größten Privatgebäude der Stadt.

Casa di Menandro
Das Casa di Menandro ist nach einem griechischen Dramatiker benannt, dessen Portrait man im Inneren des Hauses erblicken kann. Unter anderem schmücken auch weitere Bilder der griechischen Mythologie die Wände, unter anderem Odysseus im Trojanischen Krieg. Das Bad befindet sich auf der westlichen Seite des Säulenganges um ein säulenbestandenens Atrium. Ebenfalls kann man ein Caldarium (Wärmeraum) bestaunen. Um 1930 fand man in diesem Haus einen 115-teiligen Silberschatz.

Casa del Labirinto
Das Haus des Labyrinths liegt hinter dem Casa del Fauno. Es ist ein großer Wohnsitz aus der samnitischen Zeit. Es besitzt zwei Atrien, das Hauptatrium ist mit vier Säulen ausgestattet. Die Gemälde scheinen vom selben Maler wie die aus der Villa dei Misteri zu stammen. Besonders schön ist der dargestellte Rundtempel. Auf einem Fussbodenmosaik erkennt man Theseus in Labyrinth des Minotaurus, daher der Name.

Villa dei Misteri
Wegen den hier vorgefundenen Malerien ist die Villa eines der wichtigsten Objekte der Antike. Vom zweiten Jhrd. v. Chr. bis 67 n. Chr. wurde die Villa immer weiter vergrößert und umgebaut. Gegen Ende, nach dem Erdbeben 67, sollte sie sogar als Landgut fungieren. Der Haupteingang befand sich auf der gegenüberliegenden Seite vom Meer und war so prächtig angelegt, dass sogar Wagen hindurchfahren konnten. Die Dekorationen des Hauses orientieren sich an feinsten Miniaturen und ägyptisch angehauchtem Stil. Zum Teil waren die Wände auch architektonisch angemalt. Wunderschön anzuschauen im ganzen Haus sind die Portale, Bogengänge und Gemälde. Vor 2000 Jahren diente das Haus auch als Kultstätte: Dort wurde ein Kult des Dionys praktiziert, der zu damaliger Zeit in ganz Italien verboten war. Interessant ist ein Gemälde, in dem eine Frau in die „dionysischen Mysterien“ eingeführt wird.

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