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Ein Ausflug in die von geheimnisvollen Legenden umrankte Unterwelt Neapels ist ein besonderes Erlebnis, das mittlerweile zum festen Bestandteil einer
Stadtbesichtigung geworden ist.
Unter dem modernen Neapel verbirgt sich ein 80 km langes Höhlenlabyrinth, das
bis zu 40 Meter unter der Erde liegt. Die einzelnen Höhlen sind durch den Abbau des gelben Tuffsteins entstanden, der zur Konstruktion des jeweils über einer Höhle liegenden Hauses diente.
Interessant ist das schon zu Zeiten der griechischen Kolonisation entstandene Zisternensystem, das bis in das 19. Jh. ausgebaut wurde. Durch verschiedene Aquädukte wurden Wasserquellen der Umgebung in unterirdischen Kammern
umgeleitet. So konnte die Bevölkerung aus verschiedenen Brunnenschächten Wasser holen.
Die Höhlen werden seit dem 4. Jh. v. Chr. für die unterschiedlichsten Zwecke
genutzt. Sie dienten als geheime Zufluchtsorte, Kulträume, Katakomben und Abfallhalden. Im 2. Weltkrieg boten sie der Bevölkerung Schutz vor den Bombenangriffen. Beeindruckende Zeichnungen an den Wänden zeigen die
Ängste und Gedanken der Schutzsuchenden während der Luftangriffe.
In vielen unterirdischen Höhlen haben in vergangenen Jahrhunderten arme Familien gewohnt. Den hungrigen
Kindern ist es manchmal gelungen, über unterirdische Verbindungen in die Häuser anderer Menschen zu gelangen und sich dort mit Lebensmitteln und anderen Gegenständen zu versorgen. Den "beraubten" Personen schien es,
als ob die Gegenstände von Geisterhand verschwinden würden; so ist die Legende des liebenswerten Hausgeistes Munaciello entstanden, dem wohl bekanntesten "esoterischen" Wesen Neapels. Unzählige Legenden und
Anekdoten ranken sich um dieses symphatische Wesen, das sich auf unvorhersehbare Weise als Mönch mit Kapuze zeigt und Gegenstände in den Häusern über Nacht verschwinden läßt. Nach der Meinung mancher Neapolitaner, kann der Munaciello auch bei der Voraussage der Lottozahlen hilfreich sein und verlorene Schätze wiederfinden
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