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Nach einer großen Choleraepidemie in 1885 entschied man, das Zisternensystem nicht mehr für die Wasserversorgung zu verwenden, sonden es durch eine moderne Wasserleitung zu ersetzen. Die Zisternen ohne
Wasser wurden damals von der ärmsten Schicht der Bevölkerung bewohnt.
Im 2. Weltkrieg entpuppten sich die Höhlen als wahrer Segen: man gebrauchte sie als Luftschutzbunker, die dank ihrer schnellen Erreichbarkeit unter jedem
Gebäude Tausenden Neapolitanern das Leben retteten.
Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Höhlen dann mit dem Schutt der durch die Bomben zerstörten Gebäude gefüllt und auch in den 50er und 60er-Jahren als Mülldeponie benutzt. So
geriet das unterirdische Neapel langsam in Vergessenheit...
Ende der 70er-Jahre gab es einen verheerenden Brand in einem Sägewerk, das in den vorangehenden Jahrzehnten seine Sägespäne in den unter dem Gebäude liegenden Höhlen
entsorgt hat. Der Brand erreichte auch diese unterirdischen Höhlen und sein Rauch verbreitete sich schnell durch die alte Tunnelverbindung in allen Kellern des Stadtteils Chiaia. Während der drei Tage andauernden Löscharbeiten
entdeckte die Feuerwehr eine gemauerte Treppe zu einem Keller. Sie führte zu einem Bunker, voll mit beeindruckenden Wandzeichungen aus dem täglichen Leben des 2. Weltkrieges (z. B. eine italienische Fußballmannschaft der damaligen
Zeit oder Mussolini-Karikaturen). Die interessanten Funde erweckten wieder das Interesse der Bevölkerung für das unterirdische Neapel.
In den 80ern konnten schließlich dank der Arbeit der ausschließlich für diesen Zweck
gegründeten Vereine viele der Höhlen für Besucher zugänglich gemacht werden.
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