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Die Weihnachtsbäume haben erst in den 50er-Jahren ihren Einzug in die neapolitanischen Familien gehalten. Sie sind zumeist nicht echt und werden mit lustigem und buntem Schmuck dekoriert (z.B. Orangen
aus Plastik). Manchmal drehen sie sich sogar zu kitschig anmutender Weihnachtsmusik aus einer eingebauten Spieluhr. Überhaupt ist Weihnachten ist in Neapel kein besinnliches oder gar ruhiges Fest. Die Neapolitaner feiern dieses Fest
fröhlich und dekorieren auch ihre Geschäfte und Straßen gerne mit blinkenden bunten Lichtern.
Die Geschenke werden nach und nach bereits viele Tage vor Weihnachten unter den Baum gelegt, was für die Kinder besonders spannend
ist. Sie werden von Babbo Natale, dem Weihnachtsmann, gebracht. Noch vor nicht langer Zeit wurden die Geschenke allerdings nicht an Weihnachten, sondern erst am Tag der Epifania, dem 6. Januar, von der Befana überbracht. Die Befana ist eine alte häßliche Frau auf einem Besen, die auch heute noch in der Nacht auf den 6. Januar die Strümpfe der Kinder mit Süssigkeiten oder (eßbarer) Kohle füllt.
In der ganzen Weihnachtszeit und an Sylvester spielen die Neapolitaner gerne La Tombola. La Tombola ist ein Glücksspiel für die ganze Familie, das auf der
Zahlenmystik beruht. Jeder Zahl wird in Neapel ein bestimmtes Symbol zugeordnet, was sich auch bei der typischen Prognose der Lottozahlen aufgrund von Träumen zeigt. Jede Nummer hat eine bestimmte Bedeutung, z.B. steht die 16 für den Po(po) oder 22 für den Verrückten.
Ein Spieler zieht nun Zahlen aus einem Körbchen und erzählt eine lustige oder spannende Geschichte aus den Symbolen. Jeder Mitspieler hat ein Spielbrett mit festgelegten Zahlenkombinationen vor sich liegen und gewinnt, wenn er
zuerst die richtigen Zahlenkombinationen hat.
Tipp: Viele Neapolitaner kaufen erst nach dem 6. Januar ein, weil dann die Weihnachtszeit traditionell endet und der
Winterschlussverkauf (“Saldi”) beginnt. Dann sinken vor allem die Preise der Modeartikel. Wer also sparen möchte und warten kann, sollte erst nach diesem Tag einkaufen.
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